UGRSTM

Penisprothese – wann ist sie sinnvoll?

Eine Penisprothese ist eine wirksame Lösung – aber nicht für jeden und nicht in jeder Situation.

Inhalt anzeigen

Die Penisprothese ist keine Ersttherapie

Bevor eine Penisprothese in Betracht kommt, sollten alle anderen Behandlungswege geprüft worden sein: PDE-5-Hemmer (Tabletten wie Sildenafil oder Tadalafil), Injektionstherapien (SKAT) oder andere konservative Maßnahmen. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, nicht vertragen werden oder von vornherein nicht infrage kommen, ist die Prothese die nächste sinnvolle Stufe.

Die häufigsten Indikationen

Schwere ED nach radikaler Prostatektomie

Die häufigste Indikation für eine Penisprothese in unserer Praxis. Nach einer radikalen Prostataentfernung entwickeln etwa 50 Prozent der Männer eine schwere erektile Dysfunktion – auch dann, wenn die Operation nervenschonend durchgeführt wurde.

Muss sofort operiert werden? Nein. Die Erektionsfähigkeit kann sich in den ersten 24 Monaten nach der Prostataoperation noch verbessern. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung: Wartet man zu lange, können weitere Veränderungen im Schwellkörpergewebe entstehen, die spätere Eingriffe aufwändiger machen.

Gefäßbedingte erektile Dysfunktion

Durchblutungsstörungen im Penis sind eine häufige Ursache für Erektionsprobleme – verursacht durch Arteriosklerose, Diabetes, Bluthochdruck oder andere Gefäßerkrankungen. Erst wenn PDE-5-Hemmer nicht mehr wirken oder nicht vertragen werden, ist die Penisprothese die nächste sinnvolle Option.

Erektile Dysfunktion bei Induratio Penis Plastica (IPP)

Bei fortgeschrittener Peyronie-Krankheit kann neben der Verkrümmung auch die Erektionsfähigkeit schwer beeinträchtigt sein. In diesem Fall ist die Penisprothese der Goldstandard – sie behandelt gleichzeitig die fehlende Erektion und kann eine Restverkrümmung korrigieren oder deutlich verbessern.

Wichtig: Wartet man zu lange, kann eine aufwändige Grafting-Methode zusätzlich zur Prothese notwendig werden – was die Komplexität des Eingriffs erhöht und die Zufriedenheit tendenziell senkt.

Besonderheit: Längenwiederherstellung bei langjähriger ED

Besteht eine schwere erektile Dysfunktion über viele Jahre, kann der Penis durch Gewebeabbau kleiner werden. Eine hochwertig implantierte Penisprothese kann in solchen Fällen sowohl im schlaffen als auch im erigierten Zustand die ursprüngliche Länge weitgehend wiederherstellen.

Alter und Operationserfolg

Das Alter spielt für den Operationserfolg keine Rolle. Studien zeigen: Patienten unter und über 75 Jahren erreichen identische Ergebnisse und würden die Implantation gleich häufig weiterempfehlen.

Eine Einschränkung besteht bei kognitiver Beeinträchtigung wie Demenz: Wenn ein Patient das Implantat nicht mehr sicher bedienen kann, steigt das Risiko für Fehlfunktionen erheblich.

Wann wir von einer Penisprothese abraten

  • Medikamente oder andere konservative Therapien sind noch wirksam
  • Die Erektionsfähigkeit befindet sich noch in der möglichen Erholungsphase nach Prostata-OP
  • Eine kognitive Beeinträchtigung verhindert die sichere Bedienung
  • Unrealistische Erwartungen bestehen
  • Gesundheitliche Kontraindikationen erhöhen das Operationsrisiko unverhältnismäßig

Häufige Fragen zu den Indikationen

Eine Penisprothese kommt erst dann infrage, wenn andere Behandlungswege ausgeschöpft sind. Gelegentliche Spontanerektionen sind ein Hinweis darauf, dass noch Potenzial für andere Therapien besteht.

Es gibt keine pauschale Antwort. Die Erholung der Nervenfunktion kann bis zu 24 Monate dauern. Gleichzeitig sollte der Zustand des Schwellkörpergewebes regelmäßig kontrolliert werden, um den optimalen Zeitpunkt für eine eventuelle Implantation nicht zu verpassen.

Die Kombination aus IPP und ED erfordert besonders sorgfältige Planung. In vielen Fällen ist die Penisprothese die eleganteste Lösung, weil sie beide Probleme in einem Eingriff adressiert.

Kostenfreie ärztliche Beratung

Ob eine Penisprothese für Sie sinnvoll ist, lässt sich nur im persönlichen Gespräch klären.

Der erste Schritt ist kein Eingriff – sondern ein Gespräch.

Aktualisiert am 22. Juli 2026