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Erektile Dysfunktion, PDE-5-Hemmer & Erektionshilfen

Kurz zusammengefasst

Die erektile Dysfunktion (ED) ist eine der häufigsten sexualmedizinischen Erkrankungen beim Mann und beschreibt die anhaltende Unfähigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Sie ist in der Regel gut behandelbar – das Spektrum reicht von Lebensstilanpassungen und medikamentöser Therapie mit PDE-5-Hemmern über mechanische Erektionshilfen wie Vakuumpumpen und Injektionstherapie bis hin zum operativ eingesetzten Penisimplantat als dauerhaftester Lösung. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Ursache, dem Schweregrad und den individuellen Voraussetzungen des Patienten ab.

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Was ist erektile Dysfunktion?

Von einer erektilen Dysfunktion spricht man, wenn ein Mann über mindestens drei Monate hinweg regelmäßig keine ausreichend feste Erektion für den Geschlechtsverkehr erreichen oder aufrechterhalten kann. Gelegentliche Erektionsschwächen – etwa nach Schlafmangel, Alkoholkonsum oder akutem Stress – sind normal und kein Krankheitszeichen. Der Begriff Impotenz wird umgangssprachlich verwendet, in der medizinischen Fachsprache ist er weitgehend durch den präziseren Begriff erektile Dysfunktion abgelöst worden.

Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehrere Millionen Männer betroffen, wobei die Häufigkeit mit dem Alter deutlich zunimmt. Viele Betroffene sprechen das Thema trotz erheblichem Leidensdruck lange nicht an – was eine frühzeitige Diagnose und Behandlung verzögert.

Ursachen

Die Ursachen der erektilen Dysfunktion sind in etwa 70 bis 80 Prozent der Fälle organischer Natur. Am häufigsten liegen vaskuläre Ursachen vor: Arteriosklerose und Bluthochdruck schädigen die feinen penilen Arterien und reduzieren den Bluteinstrom in die Schwellkörper. Diabetes mellitus beeinträchtigt sowohl Gefäße als auch Nervenbahnen. Weitere organische Ursachen sind Testosteronmangel und andere hormonelle Störungen, neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson, Nervenschäden nach Prostataoperationen oder Beckenbestrahlungen sowie Medikamentennebenwirkungen, insbesondere von Antihypertensiva, Antidepressiva und Antiandrogenen.

Psychische Ursachen – darunter chronischer Stress, Leistungsdruck, Versagensangst, Depressionen und Angststörungen – spielen vor allem bei jüngeren Männern eine größere Rolle, kommen jedoch in jedem Alter vor. In der Praxis liegen häufig gemischte Ursachen vor: Eine organische Beeinträchtigung erzeugt Versagensangst, die die Erektionsprobleme weiter verstärkt – ein Teufelskreis, der gezielt unterbrochen werden muss.

Behandlungsoptionen im Überblick

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Als erster Schritt empfehlen sich Lebensstilanpassungen: Gewichtsreduktion, Rauchstopp, regelmäßige körperliche Aktivität und eine Optimierung kardiovaskulärer Risikofaktoren verbessern die Erektionsfähigkeit nachweislich. Bei psychischer Mitbeteiligung ist eine psychotherapeutische Begleitung sinnvoll.

PDE-5-Hemmer

PDE-5-Hemmer sind die medikamentöse Erstlinientherapie bei erektiler Dysfunktion und in ihrer Wirksamkeit gut belegt. Sie blockieren das Enzym Phosphodiesterase Typ 5, das den Botenstoff cGMP abbaut, der für die Entspannung der Gefäßmuskulatur im Penis verantwortlich ist. Durch die Hemmung dieses Enzyms bleibt mehr cGMP erhalten, die Blutgefäße erweitern sich leichter, und der Bluteinstrom in die Schwellkörper wird verbessert. Die bekanntesten Wirkstoffe sind Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil, die sich vor allem in Wirkdauer und Einnahmezeitpunkt unterscheiden.

Wichtig: PDE-5-Hemmer wirken ausschließlich bei sexueller Stimulation – sie erzeugen keine automatische Erektion. Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Verdauungsbeschwerden und eine verstopfte Nase; selten treten Sehstörungen oder Herz-Kreislauf-Probleme auf. Bei bestehenden Herzerkrankungen, gleichzeitiger Einnahme von Nitraten oder bestimmten Vorerkrankungen ist eine ärztliche Beratung vor der Einnahme zwingend erforderlich, da die Kombination mit Nitraten zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen kann. In niedriger Dosierung werden PDE-5-Hemmer gelegentlich auch bei pulmonaler Hypertonie eingesetzt.

Vakuumpumpe

Die Vakuumpumpe ist eine nicht-invasive, medikamentenfreie Erektionshilfe. Der Penis wird in einen luftdichten Zylinder eingeführt, durch den erzeugten Unterdruck strömt Blut in die Schwellkörper, und ein Konstriktionsring an der Peniswurzel hält die Erektion anschließend aufrecht. Sie eignet sich besonders für Männer, bei denen medikamentöse Therapien nicht infrage kommen oder nicht ausreichend wirksam sind, und wird häufig auch in der penilen Rehabilitation eingesetzt. Einschränkungen sind die fehlende Spontaneität und das mitunter weniger natürliche Erektionsgefühl.

Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT)

Bei der SKAT injiziert der Patient selbst ein gefäßerweiterndes Medikament – zumeist Alprostadil (Prostaglandin E1), teils in Kombination mit anderen vasoaktiven Substanzen – direkt in den Schwellkörper. Die Erektion tritt innerhalb weniger Minuten ein und hält 30 bis 60 Minuten an, unabhängig von sexueller Stimulation. Die Methode ist auch bei schweren Formen der erektilen Dysfunktion wirksam, bei denen PDE-5-Hemmer nicht ausreichend ansprechen, und spielt eine zentrale Rolle in der penilen Rehabilitation nach Prostataoperationen. Die Injektionstechnik muss zunächst unter ärztlicher Anleitung erlernt werden; zu den möglichen Komplikationen zählen lokale Schmerzen und – selten, aber behandlungsbedürftig – ein Priapismus (schmerzhafte Dauererektion).

Penisimplantat

Wenn medikamentöse und konservative Therapien ausgeschöpft sind oder bei schwerer ED nach radikaler Prostatektomie oder Induratio Penis Plastica ist das hydraulische Schwellkörperimplantat die wirksamste und dauerhafteste Lösung. Es gilt international als Goldstandard bei therapierefraktärer erektiler Dysfunktion, mit Patientenzufriedenheitsraten von über 90 Prozent in kontrollierten Studien. Man unterscheidet semirigide Implantate – biegsame Stäbe, die manuell positioniert werden – und hydraulische Drei-Komponenten-Systeme, bestehend aus zwei Schwellkörperzylindern, einer Pumpe im Hodensack und einem Flüssigkeitsreservoir hinter dem Schambein, die auf Knopfdruck eine natürlich wirkende Erektion erzeugen. Der Eingriff ist invasiv und mit dem Risiko von Infektionen oder mechanischen Komplikationen verbunden; eine spezialisierte operative Erfahrung ist daher entscheidend. In unserer Praxis führen wir die Implantation mikrochirurgisch durch, mit besonderem Fokus auf Nervenschonung, Ästhetik und langfristige Funktion.

Die Wahl der geeigneten Erektionshilfe erfolgt individuell auf Basis der medizinischen Voraussetzungen, des Schweregrades der ED und der persönlichen Präferenzen des Patienten – stets in gemeinsamer Entscheidungsfindung mit dem behandelnden Facharzt.

Dieser Inhalt dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Er ersetzt keinesfalls eine fachliche Untersuchung oder Behandlung durch eine(n) approbierte(n) Ärztin oder Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Unsicherheiten konsultieren Sie bitte immer eine medizinische Fachperson – insbesondere auch bei Fragen zur Intimchirurgie oder sexuellen Gesundheit.

6 Min. Lesezeit – Aktualisiert am 21. Juli 2026

Quellen & Literatur

  1. 1. EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health (aktuelle Fassung): evidenzbasierte Leitlinie zu Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion
  2. 2. Hatzimouratidis, K. et al.: EAU Guidelines on Male Sexual Dysfunction – European Urology
  3. 3. Burnett, A.L. et al.: Erectile Dysfunction: AUA Guideline – Journal of Urology (2018)
  4. 4. Montague, D.K. et al.: Penile prosthesis implantation – Urologic Clinics of North America (zu Implantat-Outcomes und Patientenzufriedenheit)
  5. 5. Hatzichristou, D. et al.: Clinical evaluation and management strategy for sexual dysfunction in men and women – Journal of Sexual Medicine