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Viele Männer sprechen nicht gern darüber – aber Harninkontinenz betrifft Millionen Betroffene. Ob nach einer Prostata-OP, altersbedingt oder durch andere Ursachen: Die gute Nachricht ist, dass es zahlreiche Möglichkeiten zur Behandlung und Unterstützung im Alltag gibt. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, was hilft und wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten.
Welche Formen der Inkontinenz gibt es beim Mann?
Harninkontinenz ist nicht gleich Harninkontinenz. Die genaue Form zu kennen, ist entscheidend für die passende Therapie:
Belastungsinkontinenz
- Urinverlust bei körperlicher Anstrengung (Husten, Lachen, Sport)
- Häufig nach Prostata-OPs
Dranginkontinenz
- Plötzlicher, starker Harndrang
- Häufig bei überaktiver Blase oder neurologischen Ursachen
Mischform
- Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz
Überlaufinkontinenz
- Blase entleert sich unvollständig, ständiges Tröpfeln
- Oft bei Prostatavergrößerung
Was sind die Ursachen für Harninkontinenz beim Mann?
Die Gründe sind vielfältig – je nach Alter, Vorerkrankungen und Lebensstil:
- Prostataoperationen (z. B. TURP, radikale Prostatektomie)
- Neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose
- Schwacher Beckenboden
- Altersbedingte Veränderungen
- Chronische Blasenentzündungen oder Tumorerkrankungen
| Ursache | Mögliche Form der Inkontinenz |
|---|---|
| Prostata-OP | Belastungsinkontinenz |
| Nervenschäden | Drang- oder Überlaufinkontinenz |
| Alter, schwacher Beckenboden | Mischform |
| Blasenentzündung/Tumor | Dranginkontinenz |
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Je nach Ursache und Schweregrad gibt es unterschiedliche Therapieansätze:
Beckenbodentraining
- Von Physiotherapeut:innen angeleitet
- Stärkung der Muskulatur für besseren Harnverschluss
Medikamente
- bei Dranginkontinenz
- bei nächtlichem Harndrang
Operative Verfahren
- Schlingensysteme zur Unterstützung des Harnröhrenschließmuskels
- Künstlicher Schließmuskel bei schwerem Verlauf
Neuromodulation
- Reizung der Nerven, die die Blase steuern (z. B. Sakralnervenstimulation)
Verhaltenstherapie
- Blasentraining, Toilettenpläne, Flüssigkeitsmanagement
Wie lässt sich der Alltag mit Inkontinenz meistern?
Auch wenn die Inkontinenz nicht sofort heilbar ist, gibt es viele Strategien, um den Alltag souverän zu bewältigen:
- Inkontinenzprodukte: diskrete Einlagen, Pants oder Katheter
- Trinkverhalten: regelmäßig und bewusst trinken, abends reduzieren
- Toilettentraining: regelmäßige Zeiten beugen unkontrolliertem Harndrang vor
- Kleidung: dunkle, bequeme Kleidung kann Sicherheit geben
- Austausch: Selbsthilfegruppen oder Beratung durch Fachpersonal
Wann sollte man zum Urologen gehen?
Zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen, wenn Sie:
- regelmäßig ungewollt Urin verlieren
- Angst vor „Unfällen" in der Öffentlichkeit haben
- bereits Hilfsmittel nutzen, aber unzufrieden sind
- sich durch die Beschwerden eingeschränkt fühlen
Ein Urologe klärt ab, welche Form der Inkontinenz vorliegt und welche Therapie hilft – diskret und lösungsorientiert.
Sie sind nicht allein – und es gibt Hilfe
Harninkontinenz ist behandelbar – und kein Grund zur Scham. Je früher Sie aktiv werden, desto besser. Ob Beckenbodentraining, moderne Medikamente oder operative Hilfe: Gemeinsam mit Ihrem Urologen finden Sie den passenden Weg.

